SALE

Installation, 2026
Situation Room

Die Installation SALE beschäftigt sich mit Anti-Terror-Barrikaden im öffentlichen Raum. Seit Mitte der 2010er Jahre werden Betonblöcke, Poller und andere Zufahrtssperren als Reaktion auf Anschläge mit Fahrzeugen in Städten eingesetzt. Die zunächst als temporäre Absicherung geplanten Barrikaden haben sich über die Jahre normalisiert.

Die Barrikaden verkörpern ein ambivalentes Versprechen. Einerseits sollen sie Schutz bieten, andererseits machen sie eine potentielle Bedrohung sichtbar. Insofern symbolisieren sie, dass der öffentliche Raum zunehmend unter Gesichtspunkten möglicher Gefährdungen geplant und gestaltet wird.

Die Arbeit SALE greift diese Ambivalenz auf. An einem informellen Verkaufsstand werden Basecaps mit Motiven verschiedener Anti-Terror-Sperren angeboten. Die funktionalen Sicherheitsobjektewerden so zu ikonografischen Zeichen, zu einem Branding und Lifestyleobjekt.

Als tragbares Modeaccessoire thematisiert die Basecap zudem die Frage individueller Identifikation: Was bedeutet es, ein Symbol von Schutz, Kontrolle und potenzieller Bedrohung am eigenen Körper zu tragen? An der Schnittstelle von Kunst und Modedesign untersucht die Arbeit, inwiefern Gestaltung gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur sichtbar macht, sondern auch zu ihrer Normalisierung beiträgt.

Foto 1: Kai-Hendrik Windeler
Fotos 2–5: Sven Bergelt
Installationsansichten, ora Leipzig