ÜBER DIE GRENZE

Symposium, 2016

Durch die Migrationsbewegungen der Jahre 2015/2016 erhielten territoriale Grenzen in Europa eine lange nicht gekannte Bedeutung. Insbesondere die Außengrenzen der EU wurden zu akuten politischen und humanitären Konfliktzonen. Die Tagung Über die Grenze thematisierte politische, historische, ökonomische, soziale und zwischenmenschliche Bedeutungen von Grenzen. Anhand exemplarischer künstlerischer Positionen, die mit theoretischen Analysen sowie aktivistischen und kuratorischen Projekten in Dialog traten, wurde die Frage verhandelt, welche Rolle künstlerische Praktiken bei der Reflexion und Verschiebung etablierter Grenzvorstellungen einnehmen können.

Ziel der Tagung war es, die innerdeutsche Grenze vor 1989 und die Situation an den EU-Außengrenzen im Jahr 2016 aus unterschiedlichen historischen Perspektiven aufeinander zu beziehen. Beide Konstellationen sind mit Erfahrungen von Flucht, Fluchthilfe und der Konfrontation mit Grenzregimen verbunden. Die mehrheitlich negativ konnotierte Erinnerung an die ehemalige innerdeutsche Grenze diente dabei als historisches Korrektiv zu den 2015/2016 wieder verstärkt erhobenen Forderungen nach Abschottung und einer stärkeren Sicherung der europäischen Außengrenzen. Um diesen historischen Rückbezug zu stärken, fand die Tagung am 7. Oktober im Kontext des Erinnerns an die Friedliche Revolution von 1989 statt.

Eine Kooperation der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig mit der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH und der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Konzept: Sven Bergelt und Prof. Dr. Dieter Daniels in Zusammenarbeit mit Susan Baumgartl (Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn) und Jürgen Meier (Künstlerischer Leiter Lichtfest Leipzig)

Referent*innen: Prof. Dr. Heidrun Friese, Sven Johne, Peng!, Prof. Dr. Regina Römhild, Christoph Wachter / Mathias Jud, Jan Wenzel