DUCK & COVER

Lehre und Kuration, 2025

Duck and Cover, eine populäre Zivilschutzmaßnahme im Kalten Krieg, wurde in den USA als Handlungsempfehlung für den atomaren Ernstfall propagiert. Ausgangspunkt für das gleichnamige Rechercheprojekt der Klasse Künstlerisches Handeln und Forschen ist das Objekt »Fasan«, eine sogenannte Ausweichführungsstelle der Staatssicherheit in Werderthau/Ostrau. Der Bunker war eine von 14 baugleichen Anlagen in der ehemaligen DDR, vorgesehen für 100 fast ausschließlich männliche Stasi-Funktionäre im Bezirk Halle. Von hier aus sollte im »Ernstfall« der Machterhalt gesichert werden. Der bis zum Ende der DDR geheim gehaltene Bunker wurde offiziell als Gärtnerei und Objekt der Wasserversorgung getarnt.

Ausgehend von der starken Präsenz des Ortes entwickeln die beteiligten Künstler*innen unterschiedliche Zugänge zu den damit verbundenen Themenfeldern und Perspektiven. Bei ihrer Spurensuche bedienen sie sich recherchebasierter, dokumentarischer, ortsspezifischer oder spekulativer Arbeitsweisen. Sie entblättern Familiengeschichten, stellen Fragen nach vermeintlicher Sicherheit und Unsicherheit, Isolation, Überwachung, Machtstrukturen sowie Politiken der Angst, die ein Klima latenter Bedrohung erzeugen – ebenso wie nach der unerfüllten Sehnsucht nach Gemeinschaft.

Künstler*innen: Sven Bergelt, Franz Herrgesell, Jason Hess, Inga Kruse, Tobias Kurpat, Christin Lahr, Hyeyun Lee, Leonardo Alejandro Marquez Gomez, Tina Metschke, Daisam Othman, Vico Rosenberg, Lukas Reiber, Alyona Shapovalova, Gabriele Siniscalco, Anastasia Vepreva

Betreut von Prof. Christin Lahr und Sven Bergelt

Foto 1: Arbeit von Vico Rosenberg
Foto 2: Arbeit von Hyeyun Lee
Foto 3: Arbeit von Inga Kruse
Foto 4: Arbeit von Anastasia Vepreva
Foto 5: Arbeit von Tobias Kurpat
Foto 6: Arbeit von Gabriele Siniscalco